Alkoholfreier Wein: Muss der sein?

So ein Wein ist schon fein. Auch während meiner 30-tägigen Fastenphase muss ich darauf nicht verzichten. Denn es gibt eine alkoholfreie Variante. Ob die echtem Wein das Wasser reichen kann? Mein Freund und ich haben’s getestet.

Es war einmal eine Odyssee im “Kaufland”, einem riesigen Einkaufszentrum. Dort suchten wir alkoholfreien Wein. Und wir waren ganz schön lange damit beschäftigt, denn es gibt dort fünf oder sechs lange Gänge – beidseitig vollgelagert mit Wein, Sekt, Spirituosen und Likören. Aber: Wer suchet, der wird ja irgendwann fündig…

“Du, vielleicht haben die den ja gar nicht”, sage ich zu meinem Freund. “Hm, also wenn die den nicht haben, dann kriegen wir den nirgends”, antwortet er. Ich: “Manno, ich will aber!” Freund: “Ich geh’ mal fragen”. Währenddesssen suche ich die Regale ab. Nichts. Nichts. Und wieder nichts. Nur Zeugs mit ordentlich Umdrehungen.

Mein Freund kommt mit einem Verkäufer um die Ecke gebogen. Verkäufer: “Wir haben alkoholfreien Wein, das weiß ich genau. Nur wo, das weiß ich nicht. Hm.. Vielleicht sollten Sie meine Kollegin fragen…” Freund: “Die hat mich zu Ihnen geschickt.”

Der Verkäufer organisiert einen anderen Verkäufer. Verkäufer beraten sich, bleiben aber ratlos und eiern hilflos vor den Regalen rum.

Dann ein Schrei. Er kommt aus meinem Munde: “Ich habe ihn, ich habe ihn”, frohlocke ich. In den Minuten danach müssen wir uns mit zwei Marken quälen. Welche nehmen wir denn nur? “Light live” oder “Schloss Sommerau”? Ich zu meinem Freund: “Guck mal im Internet, welche besser ist.”

Mein Freund tippt auf dem Handy rum. “Also eine Frau in einem Forum meinte, der von Light live sei besser”, sagt er. Ich: “Na, wenn die eine Frau aus dem Forum das sagt, dann nehmen wir den.” Freund: “Die findet aber den Rosé besser als den Rotwein.” Ich: “Dann nehmen wir beide.”

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Zuhause gibt’s wunderbestes Essen. Die Flasche wird aufgdreht. Rotwein in die Gläser gefüllt. Wir halten unsere Nasen darüber, saugen den Duft ein. Ich: “Das riecht doch wie Wein, oder?” Freund: “Ja, aber etwas sauer”.

Ich nehme den ersten Schluck. Ganz vorsichtig, ganz wenig. Ich will ja schließlich die Nuancen schmecken. Ich: “Oh, nee, der ist irgendwie so pelzig. Und irgendwie auch beerig süß, wie Saft. Komisch. Lecker geht anders.” Freund: “Bah, schmeckt der sauer.” Ich: “Ja, das auch noch. Findest du, dass das was von Wein hat?” Freund: Nä. Naja. Vielleicht einem billigen Wein ausm Tetra-Pack.” Hm. Naja. Das ist nicht gerade das, was ich sonst so konsumiere.

Dafür bin ich nun auf den alkoholfreien Rosé umso gespannter, der ja von der “Frau aus dem Forum” so gelobt wurde.

Am Tag darauf sitzen wir auf dem Balkon, genießen die Abendsonne. Ich zu meinem Freund: “Du, wollen wir den anderen Wein trinken? Ich würde gern wissen, wie der so ist.” Gläser auf den Tisch, Wein aufgedreht, Gläser gefüllt, am Wein gerochen. Duft ist okay.

Dann der erste Schluck. Freund: “Schmeckt ja ganz okay, oder?” Ich: “Kann man trinken, ist aber auch irgendwie wie Saft. Immerhin besser als der andere.” Freund: “Weit besser.” Ich: “Hat ein wenig was von Rosé, oder?”. Freund: “Ja, aber ist natürlich nix gegen richtigen Wein.” Ich: “Nee, absolut nicht. Das ist nix Halbes und nix Ganzes. Dann entweder richtigen Traubensaft oder richtigen Wein.”

Fazit: Alkoholfreier Wein, das lass sein!

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