Dschungelcamp [Tag 1] – Im Angesicht der Larissamanie

Zitternde Fühler, klappernde Flügel, schlotternden Beinchen: Vor Angst bebend quetschen sich die Kakerlaken unter jeden Baumstumpf, verharren im Dickicht, verstecken sich im Unterholz, weil es über sie kommt: das zentrovertierteste Egomanie-Monster seit Boris Becker, das unter einer schweren dysfunktionalen Störung des Großhirns leidet. Besonders betroffen: die Selbstwahrnehmung, die massiv mit dem Bild des gesamten Planeten kollidiert.

Das blanke Entsetzen aus dem Paralleluniversum des Schlagergulags hat einen Namen: der Wendler. Ja, DER Wendler, der von sich immer in der dritten Person spricht, über seine vollkommene Einzigartigkeit philosophiert, der sich für das personifizierte Meisterstück Gottes hält, sich selbstverliebt die Eierchen reibt und sie so groß wie die Silikonbomber des Pornosternchens Melanie Müller hält. Genau von diesem Wendler ist die Rede.

Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!

Doch die Kakerlaken täuschen sich: denn ihre Apokalypse sollen sie nicht durch einen 24 Stunden „Sie liebt den DJ“-singenden, sich selbst beweihräuchernden Wendler erfahren. Ganz im Gegenteil, der Wendler wirkt im Dschungelcamp tatsächlich zurechnungsfähig, man mag sogar mögen. Er könnte zum wahren Sympathen avancieren. Und das allein hat „Austrias Next Bratzbirne“ Larissa Marolt zu verschulden, deren geistiger Apparat irreparabel von Hirnstein befallen zu sein scheint.

Mit ihrer extremen Verbal-Inkontinenz schürt sie Selbstmordabsichten bei Mitbewohnern, Insekten, Gewächsen und Mikroben. Sie hat schon beim Kofferpacken Stress gemacht („Dann soall dea Fliega eben woaten“). Angekommen im Dschungel lässt sie die Erinnerung an Joey Heindle aufleben: „I hoab gedacht, des is a Fake. I doacht, des wird im Studio gedreht.“ Und: „Des is goanz anders hier, als in New Yoaaark.“ Man fragt sich: Hat die sich zu heiß geföhnt? Sie fällt die ganze Zeit hin, heult rum, ist zu blöd, um einen Rucksack aufzumachen und hat ganz, ganz viel Angst vor Spinnen.

Und dann droht sie auch noch, nicht schlafen zu wollen aus Angst, die Tierchen kämen über sie. Nicht auszudenken, was das für die restliche Z-Prominenz bedeuten könnte: Denn die dauerkreischende Hyäne ist schon im Normalzustand ganz schön gegen den Strich gebürstet, das Hirn so weich wie geschlagene Sahne. Was beschwört man da bloß herauf, wenn deren Kopf halbkomatös im Standby-Modus läuft? Eine traumatisierte Terror-Tussi, die ihre Metamorphose zum vollständigen Zombie vollzieht! Vielleicht sollten der Wendler, Mola Adebisi und Co. anfangen, Harpunen aus Palmstämmen zu schnitzen.

Apropos! Was ist eigentlich mit den anderen Kandidaten? Die halten sich bisher blass im Hintergrund, denn Larissa ist omnipräsent, fährt ihre One-Woman-Show – und treibt damit alle an ihre mentalen Grenzen. „Tatort“-Veteran Winfried Glatzeder leidet bereits unter Larissamanie („Ich versuche zu überleben“, „So einen Menschen habe ich noch nicht kennengelernt“, „Ich hab schon Kopfschmerzen“). Ex-Moderator Mola Adebisi fiel nur als Hosenscheißer („Ich will nicht aus dem Flugzeug springen“) und Larissa-Dompteur auf („Fokussier dich, du musst dich fokussieren“).

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Jürgen Drews Ex-Frau Corinna, „Ex-Ruck Zuck“-Moderator Jochen Bendel, „Werauchimmer“ Julian Stöckel, Ex-Comedian Tanja Schumann konnte man ab und an auf dem Bildschirm erhaschen – sonst kam aber nicht viel rüber. Ex-„Bachelor“-Kandidatin Melanie („Gabby wird Dschungelschlange“) und Ex-„Queensberry“ Gabby Rinne (Melanie guckt mich immer so böse an“) versprechen hingegen allerfeinste Zickenfights am Abgrund der Feindseligkeiten.

Ich bin mir sicher: Langeweile kommt nicht auf. Mit Larissa wird eine neue Stufe der Evolution eingeläutet, denn ausnahmslos jeder in der Dschungel-WG wird wortwörtlich aus seiner Haut fahren! Wenn’s ganz hart kommt sogar zum Schöpfer empor steigen.

Wenn wir mal ehrlich sind: Larissa hat das Zeug „The Next Sarah Knappik“ zu werden! Vielleicht auch schlimmer, denn sie wird ihr Potenzial garantiert noch nicht am ersten Tag völlig entfaltet haben. Da ist noch jede Menge drin, was raus drängt und wüten will.

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Das wissen natürlich auch alle Mitbewohner und haben deswegen auch versucht, diese nicht zu bändigende Kraft in etwas Positives zu verwandeln. Im Klartext: Larissa und der Wendler mussten zur Dschungelprüfung, wo der Schlagerbarde sogar richtig brillierte und zeigte, dass er eben nicht nur großkotzig rumseiert, sondern auch Großes leisten kann! Das lässt die Klöten anschwellen, aber kurz darauf auch schon wieder auf den Umfang einer Erdnuss schrumpfen, denn Le Wendler lamentiert am Dschungeltelefon über die Zustände rum und droht, den berühmten Satz zu sagen. Und Larissa? Die meisterte die Prüfung mit Küblböckscher Bravour und wurde von den Zuschauern schon für die nächste Quälerei auserkoren.

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