Dschungelcamp [Tag 16] – Let’s getty to Finaaaleeeeee

Die Final-Sendung war strunzlangweilig. Hin und wieder fiel ich in die Tanja’sche Daseins-Form, döste komatös vor mich hin und schreckte von meinem Schnarchen auf. Die Augenlider wollten einfach nicht mehr. Gehorchten nicht. Der Geist war soooo willig, doch das Fleisch außerordentlich schwach. Vielleicht verweigerte der Körper aber auch nach über zwei Wochen die Aufnahme von Idioten-TV, schaltete auf Überlebensmodus, der die Erhaltung der menschlichen Spezies gewährleisten sollte (vielleicht war es aber auch nur meine Kränkelei, die schon seit Tagen in vollem Gange ist).

Was ist denn nun die letzte Strophe vom Dschungelbuchlied? Alle drei übrig gebliebenen Tribute von RTL (Jochen, Melanie, Larissa) haben die Buscharena überlebt, ihre Buße verrichtet. Jedes vom Sender perfide geplante Spielchen gemeistert. Wurden nicht von Monsterspinnen zerfleischt, haben sich nicht gegenseitig mit Palmenharpunen durchlöchert, verreckten nicht aufgrund irgendwelcher Vergiftungen, die in die Blutbahn gelangten – oder weil eine Kakerlake durch den Anus bis ins Stammhirn kroch.

Dschungelkönigin Melanie Müller mit den Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (c) RTL
Dschungelkönigin Melanie Müller mit den Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (c) RTL

Dabei hatte RTL doch alles so exakt geplant: extra bewusstseinsveränderte Drogen-Bohnen ins Menü gemischt. Bis auf einen Schubser von “Wild, wild Winnie” war tote Hose im australischen Busch: Kein Blut spritzte, dafür floss es – und zwar Melanies Kele hinab. Nee, niemandes Ader wurde angezapft. In einer Prüfung goss sie sich pürierte Emu-Leber mit Blut den Rachen hinab. Wenn auch keiner der elf Feinde niedergerafft wurde, so verstarb zumindest die letzte halbwegs aktive Gehirnzelle, was sie zu zanksüchtigen Zimtzicken mutieren ließ. Gagagagagaa. Bäbähbähbäh. Es wurde in einer Tour krakeelt. Menschenskinder waren die alle auf Krawall gebürstet.

Vor allem Larissa schrillte im Ohr wie ein aggressiver Tinnitus. Dazu das Geröchle vom klapprigen Kippen-Winnie. Hätte nur noch die heulende Wendlerin gefehlt. Schade, dass das Wendler so früh das Dschungelfeld räumte. Der hätte bestimmt noch ordentlich Zündstoff in die Manege geworfen.

Und wer wurde nun zum vernunftbegabtesten Grenzdebilen der medialen Resterampe gekrönt? Larissa-Dompteurin Melanie Müller hat gewonnen mit gut 60 Prozent der Stimmen. Gleich hinter ihr: ADS-Larissa, die widerspenstige Dschungelamazone, die so konfus vor sich hin existiert wie das Haar auf dem wirren Schädel.

Bin ich zufrieden mit der Herrscher-Wahl? Jo. Des passt schoa. Lebt sich mit der besonnenen MM doch wesentlich ungefährlicher. Man stelle sich vor, Königin Lilalaunebär ist gerade auf Staatsbesuch bei Kim Jong-un und verfällt in ihren Zappel-Tourette-Modus. Jahaaa! Ich glaube, jeder weiß, was das heißt: Und die Maya hatten doch Recht (nur verrechnet!). Apokalypse now. Armageddon.

Fazit zum Dschungelcamp 2014: Bravo! Bravo! Bravo! Unterhaltsam war diese TV-Publikumsprüfung allemal. Ich hoffe aber ganz inständig, dass ich nach 16 Tagen Gehirnamputierten-TV noch alle Tassen im Schrank habe. Ich werde gleich mal nachschauen, sofern ich noch zählen kann. Dann werde ich mir eine Hirnzellensanierungskur verschreiben und sechs Wochen am Stück arte und 3sat schauen.

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