Dschungelcamp [Tag 2] – Die bitteren Tränen des Wendlers

Freisetzung. Infektion. Epidemie. Verwüstung: Das Larissafieber wütet erbarmungslos, will sämtliche Lebensformen, die minimale Anflüge von Intelligenz auch nur andeuten, restlos eliminieren.

Es überkommt die Dschungelcamp-Insassen wie das jüngste Gericht Gottes. Die Minen versteinern, Tränen fließen, Gesichtszüge entgleisen, die Zungen sind glühend heiß gelästert. Der Irrsinn ist da, hat die Hirne infiltriert, sich bis in die letzte Körperzelle gebohrt.

Larissa Marolt (RTL)
Larissa Marolt (RTL)

Die Hiobsbotschaft: Keine Evakuierung in Sicht! Im Gegenteil: Dieses Dschungelcamp ist das Endlager der Wahnsinnigen im Endstadium. Ihre Therapeutin: Dr. Melanie Müller, die resistent scheint gegen die einsetzende Kernschmelze. Ihre Mission: die geistig Umnachteten aus dem Nebel der verschobenen Selbstwahrnehmung führen.

Als erstes will sie das Oberstübchen des Wendlers sanieren: „Auf den Wendler hab ich keinen Bock, zeig uns mal den Michael“, so Melanies Ansage. Mit diesem Satz trifft sie direkt die Hauptschlagader des Wendlerschen Schattenreichs und entfesselt gleichzeitig dessen innere Bestie. „Was machst du hier? Was soll das?“, echauffiert sich Wendler.

Und dann entschwindet er wieder in den Tiefen seiner optionalen Realität, wehklagt vor der Kamera: „Es ist alles unwahr, was über mich berichtet wird“. Es sei eine Verschwörung im Gange, „um mich als Musiker vom Markt zu nehmen“. Schnief. Schluck. Rotz. Da müssen sogar Zwiebeln weinen. Auch der Wendler lässt die Tränendämme brechen: “Es gibt Künstler und Politiker, die nehmen sich das Leben, weil sie damit nicht klarkommen. Und dann gibt es den Wendler.”

Melanie Müller in ihrem therapeutischen Element (RTL)
Melanie Müller in ihrem therapeutischen Element (RTL)

Ja, den gibt’s wohl. Von dem weiß auch Ex-VIVA-Moderator Mola Adebisi zu berichten – allerdings nix, was sein Bild in der Öffentlichkeit weichspülen würde. Melanie gegenüber packte er aus, wie er als Konzertveranstalter in Köln 2012 Wendler gebucht hatte, aber nur 43 Tickets verkaufen konnte. Der Vorschlag, die Gage zurückzuhalten und das Konzert zu verschieben, sei Wendler “scheißegal” gewesen. “Da hab ich gedacht, der Typ hat sie nicht alle.”

Wahrscheinlich hat er sie tatsächlich nicht mehr alle, ja. Aber ein paar wenige hat er auf jeden Fall noch, ganz bestimmt. Denn klar wie Kloßbrühe ist doch, dass Larissa diejenige ist, bei der die Drähte fünffach überkreuzt sind. Ach, quatsch! Durchgebrannt sind die, nur noch rudimentär vorhanden. Sie ist der Wahn in Persona, so leidenschaftlich vom eigenen Ego besessen wie Klaus Kinski in seinen besten Jahren (auf Koks wohlgemerkt!), verliert sich in manischen Monologen, brüllt sich in Ektase, heult sich die Augen blutig. Es regt sich die leise Hoffnung im Camp, dass die Dschungel-Amazone in den nächsten Stunden explodieren könnte – sinngemäß natürlich!

Dieses Verhalten weiß auch Schauspieler Winfried Glatzeder zu bewerten: Die gehört ins Kasperheim, logisch! Denn da wohnt er gegenüber – und die sind da genauso grobmaschig gestrickt wie Larissa: „Wenn man ein wenig Empathie hat, dann merkt man das – und dann tut sie mir leid, dann wird sie im Irrenhaus landen. Sie ist das Krankheitsbild“, analysiert Glatzeder. Doch 100-prozentig festnageln lassen will er sich auch nicht: „Wenn sie das spielen würde, dann würde ich vor Hochachtung vor ihr knien.“

Vor Hochachtung knien – das würden ja vielleicht einige, wenn Larissa mal endlich in den Prüfungen abliefern würde.  Stattdessen sitzt sie neben Königsbeere Gabby auf ihrer Pritsche, wiegt sich hospitalisch hin und her  – und lamentiert: „I fokussier mi groad, i brauch Zigaretten, wenn man roacht ist man konzentrierter.“

Was sie noch nicht realisiert hat: SIE selbst ist die Prüfung, nicht nur für ihre Mitbewohner, sondern auch für die Kakerlaken, Spinnen und sonstiges Getier, was in dem Loch rumkeucht und fleucht, in das Larissa für ihre zweite Quälerei gesteckt wird.

Akuter Zickenbefall! Larissa kriecht durch das Erdreich, brüllt gellend, schrill, ohrenzerfetzend! So will sie jegliches Leben in ihrem Radius vernichten. Dank ihrer toxischen Aura ist dieses Vorhaben geglückt.

Tag 2 - Dschungelprüfung 2 "Höhlenmensch"; Larissa Marolt kann in einer Höhle bis zu elf Sterne finden. Sobald sie in der Höhle ist hat sie elf Minuten Zeit für die Herausforderung. In absoluter Dunkelheit rieseln Steine, Kakerlaken und Grillen auf die Österreicherin. (RTL)
Tag 2 – Dschungelprüfung 2 “Höhlenmensch”; Larissa Marolt kann in einer Höhle bis zu elf Sterne finden. Sobald sie in der Höhle ist hat sie elf Minuten Zeit für die Herausforderung. In absoluter Dunkelheit rieseln Steine, Kakerlaken und Grillen auf die Österreicherin. (RTL)

Und dann steigt sie aus der Unterwelt zur Oberfläche empor – wie Phönix aus der Asche. Halt! Nicht ganz! Denn Lapissa hat nur vier magere Sternchen von elf erhaschen können. Wie sollen die Dschungelmäuler da nur gestopft werden? Da fragen auch Daniel Hartwich und Sonja Zietlow nach. „Joa, i hab vier Sterne geholt, macht’s mia das mal nach“, bellt’s, fällt’s, stolpert’s hinter Palmen und Gebüschen Richtung Brücke, die der quengelnden Xanthippe auch nicht genehm ist: „Könnan die moal ne andere Brücke nehmen, was ist das für ne Scheiße, wenn die bricht, verkloag i RTL.“

Zurück im Camp herrscht La Marolt die Runde erst mal in knappikscher Manier an: „Gebt mir ne Stunde, zündet mir ne Zigarette an und redet nicht mit mir.“ Dafür reden, äh, wählen die TV-Zuschauer umso mehr – und zwar Larissas Dschungelcamp-Nummer. Da muss auch „Tatort“-Veteran Winfried Glatzeder feixen – und wirft noch pseudomitleidsmäßig hinterher: “Wenn ein Wurm angetreten ist, tritt man nicht noch mal drauf.”

Mhh, jaa, klaaar! Ich für meinen Teil bin auf ihren heutigen Auftritt so gespannt, wie das blonde Nervengift überspannt ist. Und ich bin mir immer sicherer: Das wird das beste Dschungelcamp than ever, ever, ever, ever.

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