Heiraten auf den Seychellen: Wie geht das?

Der schönste Tag des Lebens – wo will man den wohl verbringen? Am wahrscheinlich schönsten Ort der Welt. Zumindest dem schönsten in Deutschland. Mit den liebsten Menschen. Und dem besten Essen.

Was sich hinter diesen Vorstellungen verbirgt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Schließlich sind wir auch alle Individuen.  Der eine will es ganz bodenständig – im Vereinsheim mit der Maaß anstoßen, der nächste bevorzugt eine nette Feier in einem kleinen Hotel, der übernächste liebt es romantisch auf einem kleinen Schlösschen. Und manch einer will ganz weit weg sein – raus aus Deutschland, rauf auf eine paradiesische Insel. Doch eines ist für alle gleich: Es ist die Traumhochzeit.

Meine findet auf den Seychellen statt. Aber: Wie heiraten wir dort? Wie funktioniert das? Ist es eigentlich anerkannt? Warum ausgerechnet auf den Seychellen und nicht beispielsweise auf Bora Bora? Die ersten beiden Fragen kann ich mit einem Ja beantworten – und auf die letzten werde ich im vollen Umfang eingehen.

Wie heiraten wir auf den Seychellen?

Wir heiraten standesamtlich. Oh, wie langeweilig und schrecklich. Im dusterem Amt mit einer düster drein blickenden Beamtin. Was für ein (Alp-)Traum. Ja, das dachten wir uns auch. Und deswegen düsen wir ab. Und heiraten immer noch standesamtlich. Aber am Strand. Mit den nackten Füßen im staubfeinen Sand vor dem Hotel L’Archipel auf Praslin. (Wir sind auch noch auf anderen Inseln, dazu mehr in weiteren Posts)

Anse Source d'Argent beach, La Digue island, Seychellen (c) Fotolia
Anse Source d’Argent beach, La Digue island, Seychellen (c) Fotolia

Der Wind streichelt unsere Haut und die Nachmittagssonne küsst sie. Langsam schreite ich ich in meinem wunderschönen Kleid vom Hotel an zum Strand. Ich fühle mich so glücklich und frei wie nie zuvor. Aber dann macht sich die Nervosität breit: Sitzt alles? Kleid? Make-up? Haare, die von einer Friseurin vorort gemacht wurden? Klar, die war doch gerade erst da!

Mit dem Rücken mir zugewandt steht mein Freund. In einem elfenbeinfarbenen Anzug. Langsam dreht er seine Schulter in meine Richtung. Ich sehe die rechte Häfte seines Gesichts. Er lächelt, Glückseligkeit spiegelt sich in seinem Gesicht wider.

Es sind Bruchteile von Sekunden, doch sie erscheinen in Zeitlupe. Er wartet unter einem Pavillon, der mit seinen vier schmalen Beinen tief im Sand der Cote D’or steckt, bedeckt mit wehenden weißen Stoffbahnen – und von allen vier Seiten offen. Die ganze Szenerie ist in ein liebkosendes, warmes Licht getaucht.

Gleich wird die Standesbeamtin alle wichtigen Fragen stellen, wir uns unser Ja-Wort geben, uns die Ringe anstecken, ganz banal unterschreiben, die Torte anschneiden und mit Sekt anstoßen. Schön kitschig, yeah!

Vor, während und auch nach der Zeremonie gibt’s ein Fotoshooting mit Laurent Levy – einem tollen Fotografen. Und dann geht’s ab zum Drei-Gängemenü am Strand des Hotels, vor dem wir heiraten. Da sitzen wir abseits der anderen Gäste. Ein Tête-à-tête. Danach lassen wir den Abend ausklingen. Ja, so stelle ich mit unsere Hochzeit vor.

Wie funktioniert das mit der Hochzeit?

Die Organisation übernimmt eine Agentur: “Creole Travel Services“. An die wurden wir verwiesen, als wir unserem Internet-Reisebüro “My Seychelles” angekündigt hatten, dass wir heiraten wollen – und fragten, ob sie wissen, an wen man sich da wenden kann.

“Creole Travel Services” ist ortsansässig und schickt nach Anfrage auch eine ganze Mappe mit allen möglichen Angeboten zur Hochzeit. Egal wo, egal wann, egal, was man verlangt: Die Agentur organisiert alles, trifft sich einen Tag vor der Hochzeit mit uns, um letzte Details zu besprechen.

Fotos via commons.wikimedia.org (Seychellen © meckimac)
Fotos via commons.wikimedia.org (Seychellen © meckimac)

Man kann dort alles buchen. Dabei muss man für jede Kleinigkeit extra bezahlen. Aber die Agentur bietet auch für jedes Hotel Pakete an.

Wir haben uns für ein kleineres Paket entschieden und einen Fotografen extra gebucht, weil unser Vertrauen in den Agentur-Fotografen eher bescheidener Natur war. Und damit wurde es Laurent Levy, der auch für Monique, einer echt guten Fotgrafin, die Hochzeitsfotos geschossen hat. Wenn ein Profi auf ihn vertraut, kann es ja wohl nur gut werden, so denken und hoffen wir. Und wir werden sehen. Denn was wir bisher gesehen haben, war vielversprechend.

Ist diese Hochzeit anerkannt?

Aber sicher! Man bekommt einige Tage nach der Hochzeit eine Apostille in die Hand gedrückt, die man nach dem Urlaub beim örtlichen Standeamt abgibt. Dann gibt’s auch hier den Segen und ich darf einen anderen Namen annehmen.  Alles total unkompliziert und gesetztlich anerkannt.

Warum auf den Seychellen und nicht woanders?

Velleicht hätte ich ja auch Bora Bora als Hochzeitsort auserkoren, aber das ist extrem teuer. Da zahlt man dann das Doppelte. Und ist es da wirklich schöner als auf den Seychellen? Gibt es eigentlich überhaupt irgendwann ein noch “Schöner-als-dort”? Ich glaube nicht. Irgendwann kann es keine Steigerung mehr geben. Erst recht keine, die es rechtfertigt das Zweifache an Reisekosten auszugeben.

Warum keine günstige Alternative? Gegenfrage: Wozu? Dann spare ich lieber, als mich mit irgendeiner halbgeilen Sache zufrieden zu geben. An meinem schönsten Tag soll es das Beste sein. Und der indische Ozean (Malediven, Mauritius, Seychellen, Sri Lanka)  steht nun mal für paradiesische Verhältnisse. Damit ist es genau das Richtige.

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