Serien-Tipp: Homeland ist einfach geil!

Irak, Terroristen, 9/11, USA, CIA . Was spielt sich beim Lesen dieser Worte ab? Langeweile? Festgefahrene Muster? Abwehrhaltung? Übersättigung?  Ja. Mir ging es so. Auf Filme dieser Art kann ich verzichten. Und eine Serie? Geht ja wohl gar nicht!!

Geht wohl! Und zwar ausgezeichnet gut! Das hätte ich selbst nicht einmal gedacht, aber “Homeland” ist ein Juwel – trotz des Themas Terrorismus, das allgegenwärtig ist. Von dem man eigentlich weder sehen noch hören will. Weil es in X Filmen, Reportagen und Berichten behandelt wurde. Weil es eigentlich in fast jeder Nachrichtensendung präsent ist.

Aber worum geht’s denn eigentlich? Das kann man recht kurz zusammenfassen:

CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) ist ein Sturkopf. Meist hat sie einen guten Riecher und agiert unkonventionell. Im Irak erfährt sie, dass ein gefangener US-Soldat umgedreht wurde. Was wiederum heißt: Er ist angeblich übergelaufen!

news-homeland-serieMonate später arbeitet sie im Antiterrorzentrum Langley in den USA und wird von ihrem Chef wird informiert, dass der jahrelang als vermisst gemeldete und schon totgeglaubte Marine Nicholas Brody (Damian Lewis) bei der Stürmung eines Terroristenverstecks befreit wurde.

Als Brody in die USA einreist, empfängt man ihn als Helden. Mathison glaubt aber, dass Brody für den Terroristen Abu Nazir (Navid Negahban) arbeitet. Mathisons Vorgesetzte sind skeptisch, halten Brody für einen Helden. Mathison ermittelt auf eigene Faust weiter. Dabei vertraut sie sich ihrem Freund Saul Berenson (Mandy Patinkin) an, dem CIA-Abteilungsleiter für den Mittleren Osten. Ziemlich schnell wird klar: Brody hat gelogen…

Wer bitte will sich mehrere Staffeln einer solchen Serie antun?

ICH. Denn “Homeland” ist genial! Durch seine wahnsinnig (!!) gute Heldin, die Claire Danes wirklich wunderbar spielt. Die extrem spannende Geschichte überzeugt mindestens genauso wie die Hauptdastellerin.

Aber was ist denn eigentlich mit dieser so wahnsinngen Heldin los? Carrie Mathison (Clare Danes) ist psychisch gestört, aber hochintelligent, darf eigentlich gar nicht in ihrem Job als CIA-Agentin arbeiten, hat jedoch ihre Tricks, um im Job zu bleiben – verbotenerweise!

Kann solch ein Makel etwas Gutes sein? Aber natürlich – das Beste sogar! Denn Perfektion ist das, was abschreckt. Sie ist unantastbar! Perfektion ist nicht greifbar. Perfektion ist unecht. Macht Angst. Und daher so unsympatisch.

Claire Danes ist die perfekte Durchgeknallte

Doch eine Heldin mit einem klaffenden Makel, das sie mit aller Kraft verdeckt – darin erkennen wir uns alle wieder. Und was uns so ähnlich ist, das macht sympathisch. Claire Danes spielt diese Heldin so überzeugend fantastisch, dass mir das Blut in den Adern gefriert. Mehr noch: In der zweiten Staffel blüht sie so richtig als manisch-depressive Ermittlerin auf.

Auch der angebliche Antiheld Nicholas Brody bleibt undurchschaubar, was die Story so faszinierend macht. Man bleibt dran, um zu erfahren, was mit ihm ist. Ist er böse? Ist er gut? Ist er gar nichts davon? Ist er nur ein Opfer?

Die Geschichte wartet immer wieder mit hochspannenden Wendungen auf – und die lebt durch ihre kaputte Hauptprotagonisten. Das Beste: Man muss mitdenken! Und wenn eine Folge vorbei ist, dann ist man enttäuscht, weil man warten muss, bis es weitergeht.

Und das alles heißt: Ich bin süchtig! Und das, obwohl ich so gar kein großer Seriengucker bin. Aber diese Serie ist der Hammer! Einschalten! Oder ihr verpasst etwas ganz Großes! Für Späteinschalter: Auch nach Folge 8 der ersten Staffel kann man immer noch den Einstieg schaffen…

P.S.: Die Serie wurde diverse Male bei den Golden Globes und den Emmys ausgezeichnet bzw. nominiert. Das erwähne ich der Vollständigkeit wegen. Für mich persönlich sagt dies nicht aus, ob eine Serie gut ist oder schlecht.

Na, anderer Meinung?

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