“The Wolf of Wall Street” hat echt Biss

Als ich den ersten Trailer zu “The Wolf of Wall Street” mit Leonardo DiCaprio im Kino sah dachte ich: Oh man, bitte nicht noch so ein dummer, oberflächlicher Film, in dem sich alles nur um Sex, Party und Drogen dreht. Das ist ja zum Gähnen! Und rein gehe ich da bestimmt nicht. Pustekuchen. Ich war drin. Wie ich’s fand? Uno momento s’il vous plait.

Erstmal gibt’s die obligatorische Inhaltsangabe:

Jordan Belfort (Leoanardo DiCaprio) ist ein junger, unbeleckter Bursche als er an der Wall Street als Börsenmakler anfängt. Doch er merkt ganz schnell, was wirklich zählt. Schließlich hat er einen guten Lehrer:  Mark Hanna (Matthew McConaughey), der ihm am ersten Tag erklärt, dass er sich täglich mehrfach einen runterholen und trinken soll. Dann sei alles im Lot. Gesagt, getan.

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Doch dann wirft Belford der Black Monday aus dem Job. Belfort entdeckt, dass man mit dem Handel mit Penny-Stocks ordentlich Zaster verdienen kann, gründet seine eigene Firma, hurt rum und ist so ziemlich allen Drogen verfallen, die der Markt hergibt. Er steigt auf, wird mit seiner neuem Unternehmen Stratton Oakmont zum Multimillionär. Doch seine Geschäfte sind alles andere als legal. Deswegen steht auch schnell das FBI vor der Tür. Und auch seine Ehe bröckelt, weil er sich unsterblich verliebt hat…

Der Wahnsinn: 90 Prozent dieser Film-Geschichte ist wahr – wenn man der Biografie des echten John Belford Glauben schenkt, der tatsächlich existiert hat.

Fazit:

Ich war sehr, sehr überrascht: Hallelujah an den Humor-Gott! Zwar dreht sich tatsächlich alles um Sex, Drugs und Karriere , aber so viel gelacht, habe ich zuletzt bei “Kalkofes Mattscheibe” (den ich übrigens für den einzigen lustigen Comedian auf diesem Erdball halte). Ich habe mich mördermäßig gut unterhalten gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Es gibt so viele grotesk-formidable Szenen in dieser Satire, man schmeißt sich eigentlich den ganzen Film über lachend in den Kinosessel zurück. Der direkte Dialog von Belfort mit der Kamera ist genial, genauso wie die mächtig überzogene Darstellung der Broker-Welt und die irren Slapstick-Einlagen.

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Natürlich ist die Story als solches eher seichter Natur. Aber diese leicht verdauliche Kost ist eine der besten Komödien der letzten Jahre und brillant umgesetzt. Tolle Bilder, ein grandioser Leo DiCaprio, der wieder einmal zeigt, was für ein hervorragender Schauspieler er ist! Es wird langsam mal Zeit für einen Oscar. Ebenfalls großartig: Matthew McConaughey als Leos Mentor Mark Hanna, der abolut crazy daherkommt. Weitere Nebenrollen, die ebenfalls top besetzt sind: Jonah Hill als Donnie Azoff und die wunderschöne Margot Robbie als Belfords zweite Frau Naomi Lapaglia.

Die Länge von 180 Minuten ist allerdings nicht wirklich nötig, eine Stunde weniger hätte auch gereicht.

Regie: Martin Scorsese

Land: USA

Kino-Start: 16. Januar 2014

FSK: ab 16

Länge: 180 Minuten

Trailer zu “The Wolf of Wall Street”

Na, anderer Meinung?

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