Zombie-Alarm: Kinokritik zu “World War Z”

Waaaah, Horden von Untoten beißen sich durch die lebende Bevölkerung, verwandeln die ganze Welt in Zombies. Eine Apocalypse droht. Hilfe! Wer kann den Viechern den Garaus machen?

Story:

Toll – da will man seine Kinder gemütlich mit dem Auto zur Schule fahren, wird aber keine fünf Minuten später auf Weltrettungsmission geschickt. Nicht nur die Fantastic Four und Superman müssen immer mal wieder kurzfristig ran, auch Brad Pitt alias Gerry Lane.

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Der UN-Mitarbeiter steht mit seiner Familie mitten im Innenstadtstau, nix geht mehr. Nicht vor, nicht zurück. Krawumm! Auf einmal explodiert irgendwas in der Ferne. Menschen rennen um ihr Leben, werden von beißenden Bestien verfolgt. Gerry schnappt sich seine Familie und will sie unbedingt aus der Stadt schaffen. Tja, wird schwierig, denn die Zombies sind keine lahmen Enten, sondern richtig fix unterwegs. Da Gerry mächtig wichtig ist, wird er mit Frau und Kindern auf einen Flugzeugträger im Ozean gebracht.

Da sind sie sicher, denn die Untoten haben nicht mal ein Seepferdchen. Kaum hat Gerry dreimal Luft geholt, soll er auch schon wieder weg – mit einem jungen Virologen im Auftrag der UN ein Gegenmittel finden, um das Virus zu stoppen. Denn die Zeit tickt. Die ganze Welt wird inzwischen von Zombies heimgesucht. Doch die Burschen haben ihre Rechnung nicht mit Brad Pitt gemacht. Der ist nämlich nicht tot zu kriegen.

Kritik:

Ja, “World War Z” ist blutarm: Liegt zu einem Teil an den “toten” Protagonisten, zum anderen Teil auch daran, dass das Filmset nicht mit 1000 Liter Kunstblut vollgespritzt wird, und Köpfe oder andere Körperteile von A nach B fliegen. Und das finde ich einfach erfrischend anders, als bei anderen “Zombie”-Filmen.

“World War Z” muss gar nicht metzelnd-meuchelnd-brutal sein: Beklemmend wirkt die Zombie-Action mit ihrer dichten Atmosphäre trotzdem, vor allem aber nervenzerreißend spannend. Man fährt in einigen Schockmomenten öfter mal vom Kinosessel hoch.

Spoiler

Ich musste auch einige Male lachen: Beim Anblick der Labor-Zombies im Ruhemodus zum Beispiel. Keine Ahnung, ob diese Szene geplant lustig oder unfreiwillig komisch sein sollte: Der junge Arzt, auf den die ganze Welt hofft, schwingt im Flugzeug erst noch eine epische Rede, stolpert beim Aussteigen aus dem Flugzeug und ist sofort tot. Das war irgendwie ein wenig Slapstick.

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Sehr unglaubwürdige Momente gibt es auch: Brad Pitt ist natürlich unkaputtbar. Er wirft bei einer Zombieattacke eine Handgaranate im Flugzeug, das in 1000 Teile springt und stürzt genau an dem Ort ab, wo er auch hin will – praktisch. Natürlich hat er überlebt.

Außerdem: Warum zum Teufel singen die Menschen in Jerusalem, wenn doch eh klar ist, dass die Zombies angetanzt kommen, sobald es irgendwo laut wird. Und warum hindern die Soldaten die Menge nicht daran? Stehen ja schließlich genug davon rum. Oder Gerry Lane? Der hätte ja auch mal den Mund aufmachen können. Hubschrauber kreisen auch noch die ganze Zeit am Himmel. Da merkt auch kein Pilot, dass der erste Zombie über die Mauer lugt – und unter ihm eine ganz Armee Untoter.

Spoiler Ende

Und 3D muss auch nicht sein. Klar, es gibt ein paar ganz nette Bilder, aber wirklich visuell beindruckend ist “World War Z” nun wirklich nicht. “Avatar” oder “Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger” (tolllller Film übrigens) – das ist was für die Brille.

Fazit: Lohnt sich! Guter, wirklich sehr spannender Zombie-Action-Film.  Plus: Moritz Bleibtreu in einer Minininini-Rolle.

Punktevergabe: Höchstzahl pro Kategorie 3 Punkte

  • Spaß: 0,5 Punkte
  • Action: 3 Punkte
  • Spannung: 3 Punkte

Regie: Marc Forster

Land: USA

Kino-Start: 27. Juni

FSK: ab 16

Länge: 116 Minuten

Trailer zu “World War Z”

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